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Informationen zur Corona-Warn-App

Autor: Michael Sommer
Artikel vom 16.06.2020

 

 

Die App kann hier heruntergeladen werden: Corona-Warn-App

Die Informationen zu den Funktionen der App stammen aus dem 112 Newsletter vom 15. Juni 2020 des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann:

"...

Sicher haben Sie schon den Medien entnommen, dass morgen [16.06.2020] die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung freigeschaltet wird. Das generelle Ziel, das die Gesundheitsbehörden mit diesem Instrument verfolgen, besteht im Erkennen bis dahin unerkannter Infektionen, um so das Entstehen neuer Infektionsketten zu unterbinden, bzw. solche, die bereits vorhanden sind, zu unterbrechen.

Im Vorfeld wurde sehr viel über den Datenschutz – ganz generell über den Schutz der Daten vor einem Missbrauch hoch sensibler Gesundheitsdaten – und die Datensicherheit – mithin den technischen Schutz datenrelevanter Geräte vor unberechtigtem Zugriff, Stichwort Hacking – diskutiert. Diese Debatten haben letztendlich zu einer schrittweisen Ausdifferenzierung des von der Bundesregierung ursprünglich verfolgten Konzeptes zum Betrieb einer „Corona-App“ geführt.

Nach allem, was wir bisher aus der Fachwelt und den Fachmedien wissen, genügt die App der Bundesregierung höchsten Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen. Darauf darf man schließen, nachdem sich auch die üblicherweise jeglicher Datenerhebung kritisch gegenüberstehendende Kreise unisono positiv äußern und selbst der Chaos Computer Club die App unbedenklich sieht.

Auf der Grundlage der von der Bundesregierung bisher kommunizierten Inhalte möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick zur Arbeitsweise der App geben.

Zunächst gilt das Prinzip einer strikten Freiwilligkeit. D.h., es steht allen Besitzern eines geeigneten Smartphones oder eines sonstigen geeigneten Gerätes frei, die App herunterzuladen und zu aktivieren. Eine Nutzungspflicht besteht insoweit ausdrücklich nicht. Demzufolge besteht auch für diejenigen, die kein geeignetes Gerät besitzen, weil sie gar kein Smartphone oder ein sehr betagtes Gerät haben, auf dem die App nicht läuft, keine Verpflichtung, ein App-kompatibles Gerät zu erwerben.

Die App nutzt keine Geodaten. D.h., dass weder Standorte festgestellt, noch Laufwege abgebildet werden können. Die Erstellung von Bewegungsprofilen o.ä. ist deshalb absolut ausgeschlossen.

Die App arbeitet ohne die Klaridentität des Gerätebesitzers oder die standardmäßige technische Identität des Gerätes. Das bedeutet, dass im gesamten technischen Vorgang weder ein Name, noch eine Telefonnummer oder eine IP-Adresse erhoben oder gespeichert werden.

Die App kann registrierte Daten nicht längerfristig speichern. Es ist eine periodische Löschung eingestellt, die in Abhängigkeit von der Inkubationszeit „zu alt gewordene Daten“ automatisch löscht und insoweit den Grundsatz der Datenaskese umsetzt.

Im Alarmfall ergeht keine automatisierte Meldung an eine Gesundheitsbehörde – weder an das Robert Koch-Institut, noch an das örtliche Gesundheitsamt. Den Hinweis erhält allein der Nutzer des Mobilgerätes, er allein entscheidet, ob er diesen ignoriert oder sich selbst testen lässt.

Nach so vielen Aspekten, die nicht einschlägig sind und was die Corona-App alles nicht kann, wollen Sie sicherlich wissen, was sie positiv kann und wie sie funktioniert. Die Darstellung dessen muss naturgemäß stark vereinfachen, denn tatsächlich sind die technischen Parameter schon deshalb komplex, weil die App mit den Android- und Apple-Welten technische Sphären verbindet, die bis dato getrennt nebeneinanderstehen. Und so wurde die ab morgen verfügbare Lösung auch erst dadurch möglich, dass Apple und Google zur Kooperation bereit waren und sich mit SAP und T-Systems zwei der wichtigsten und größten IT- bzw. Telekommunikationsdienstleister intensiv eingebracht haben.

Es geht darum, auf technischem Wege Indikatoren zu erkennen, die virologisch gesehen eine Infektion wahrscheinlich erscheinen lassen. Das gilt insbesondere für einen zu geringen Abstand zwischen Menschen. Ausgehend von der Annahme, dass die Menschen ihr Smartphone üblicherweise bei sich „am Mann“ bzw. „an der Frau“ tragen, kann vom Abstand zwischen zwei Geräten auf den Abstand zwischen den jeweiligen Nutzer geschlossen werden. Konkret geht es um einen Abstand von ca. zwei Metern.

Um diesen zu ermitteln, nutzt die App die Bluetooth-Technik und macht sich dabei ganz generell zu Nutze, dass die Signalstärke mit der Distanz zum Gerät abnimmt. Wenn also Bluetooth-Signale, die ein anderes Gerät abgibt, noch mit einer gewissen Stärke bei Ihrem Gerät ankommen und umgekehrt, dann nehmen die auf beiden Geräten befindlichen Corona-Apps an, dass sich die beiden Besitzer zueinander innerhalb der vordefinierten Distanz befinden.

Zudem steigert sich das Risiko einer Ansteckung mit der Zeitdauer, die sich eine infektiöse Person in der Nähe einer anderen aufhält. Deshalb erfasst die App auch die Zeit, die sich jemand innerhalb der relevanten Distanz zu einer anderen Person befindet. Hierbei geht es aber nicht um Sekunden-Kontakte, sondern solche mit einer Mindestdauer von 15 Minuten. Kürzere Kontakte sind irrelevant.

Aber was tauschen nun die Geräte aus, wenn es nicht die technischen Identitäten sind? Es werden alle ca. 2,5 bis 5 Minuten anonymisierte, zufällig erzeugte Kurzzeitidentifikationsnummern, sog. „ID-Schlüssel“ oder „Krypto-Schlüssel“, unmittelbar, also ohne einen dazwischengeschalteten Zentralserver o.ä., gesendet und empfangen. Die Krypto-Schlüssel setzen sich aus zufällig generierten Zahlenkolonnen zusammen und werden ausschließlich auf den am unmittelbaren Austausch beteiligten Smartphones gespeichert. Deshalb spricht man von einer „ausschließlich dezentralen Speicherung“. Mit diesen schlagartigen Aussendungen sog. „Salven“ von jeweils 16 Krypto-Schlüsseln geht auch die Abstandsmessung hinsichtlich der relevanten ca. 2 Meter einher.

Hat sich jemand auf Corona testen lassen und ist das Ergebnis „Corona-positiv“, dann erhält er vom Arzt bzw. dem Labor einen QR-Code, wie Sie ihn vom Scannen an der Kasse im Supermarkt kennen. Hat sich der Infizierte entschlossen, die Tatsache seiner Infektion mit den am Corona-App-Verfahren teilnehmenden Apps zu teilen, dann scannt er mit seinem Smartphone den QR-Code. Dieser weist den Vorgang als „Echtfall“ aus, weil die Autorisierung vom Arzt oder einem Labor kommt. „Spaßvögel“ haben damit keine Chance, risikolos, weil absolut anonym, einen tatsächlich nicht existenten Positiv-Fall in die Welt zu setzen und so falsche Warnmeldungen auszulösen.

Nach dem Scannen des QR-Codes sendet die App die auf dem dazugehörigen Smartphone gespeicherte Liste der von anderen (nicht dem eigenen!) Geräten im Laufe der Zeit übermittelten Krypto-Schlüssel an einen Zentralserver, der diese an alle mit der App ausgestatteten Geräte verteilt. Der Server fungiert insoweit nicht als Speicher, sondern rein als Verteilstelle.

Die mitgeteilten Krypto-Schlüssel versetzen im Ergebnis alle mit der App ausgestatteten Smartphones in die Lage, rein geräteintern zu überprüfen, ob sich unter den mitgeteilten Krypto-Schlüsseln auch solche befinden, die das Gerät in der zurückliegenden Zeit selbst gesendet hat. Ist dies der Fall, generiert das Smartphone selbst – nicht ein Zentralrechner oder sonstiger Dritter – eine Warnmeldung und zeigt diese ausschließlich „seinem eigenen“ Besitzer an.

Diesem wird gemeldet, dass er sich in der zurückliegenden Zeit in der Nähe mindestens einer nunmehr als positiv getesteten Person befunden hat. Aus der Anzahl der übereinstimmenden Krypto-Schlüssel erstellt die App eine individuelle Einschätzung zur Ansteckungswahrscheinlichkeit. Diese bemisst sich letztlich nach der Dauer und der Anzahl eines oder mehrerer problematischer Kontakte. Denn nachdem die „Krypto-Schlüssel-Salven“ alle 2,5 bis 5 Minuten verschickt werden, werden sich bei einer z.B. drei Stunden dauernden Nähe-Situation mehr übereinstimmende Krypto-Schlüssel ergeben haben, als bei einem lediglich 15 Minuten dauernden Kontakt.

Für die Akzeptanz der App erscheint es mir wichtig, dass allein der so Gewarnte entscheidet, ob er sich tatsächlich testen lässt oder aber die Warnung ignoriert.

Gerade die Bewohner der Grenzregionen zum benachbarten Ausland, aber auch Menschen, die im Ausland oder als Ausländer in Deutschland Urlaub machen möchten, fragen immer wieder, wie es sich mit einer Kompatibilität zu den Corona-Apps anderer Staaten verhält.

Die technische Kompatibilität stellt grundsätzlich kein größeres Problem dar, nachdem alle einzelstaatlichen Lösungen auf dem Betriebssystem von Apple bzw. auf dem Konkurrenzsystem Android laufen. Höhere Hürden zeichnen sich im Einzelfall dort ab, wo der Abgleich zentral erfolgen soll. Das ist insbesondere in Frankreich der Fall. Demgegenüber setzen wie Deutschland auch Österreich, die Schweiz und die Niederlande auf den dezentralen Abgleich. Bis aber die Kompatibilität zwischen den einzelstaatlichen Systemen tatsächlich hergestellt werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Sobald die erforderlichen Tools programmiert sind, sollen diese im Rahmen der Softwarepflege mit Updates ausgeliefert werden.

Liebe Leserinnen und Leser, wir müssen alle Möglichkeiten konsequent nutzen, die uns helfen können, in den nächsten Monaten mit dem Corona-Virus so zu leben, dass es keinen pandemischen Rückschlag gibt und sich die „neue Normalität“ störungsfrei einstellen kann. Denn das Virus wird so lange präsent sein, bis die Bevölkerung ausreichend geimpft ist. Und das wird sicherlich erst frühestens Ende 2021 der Fall sein.

Die Corona-App der Bundesregierung ist sicherlich ein probates Mittel, das einen wirksamen Beitrag zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie leisten kann. Dies aber nur dann, wenn sich die Menschen in unserem Lande in ausreichender Anzahl an dieser Initiative beteiligen. Die 40 Prozent, die sich nach dem ZDF-Politbarometer von letzter Woche grundsätzlich bereit erklären, die Corona-App zu nutzen, werden nicht ausreichen. Deshalb kann ich nur an alle den eindringlichen App-ell richten, sich schnell zu beteiligen und die Corona-App herunterzuladen. Ich selbst werde mir deshalb die App auf ein geeignetes Smartphone laden.

Mit besten Grüßen

Ihr
Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister"

 

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